Victorian Melancholia – Eine dunkel-romantische Session

Liebe Leser,

lang ist es her, dass ich Zeit hatte diesen Blog zu füttern. Es ist viel passiert und in der nächsten Zeit werde ich den ein oder anderen Post nachliefern. Es hat nämlich wirklich tolle Begegnungen und noch schönere Shoots gegeben. Ihr dürft gespannt sein. Heute möchte ich euch allerdings über eine noch gar nicht so weit zurückliegende Session berichten. Ihr kennt es vielleicht, dass ihr zwar zufrieden seid mit dem was ihr macht, aber trotzdem unglaublich gern über den Tellerrand blicken wollt. So geht es mir in letzter Zeit fast ständig. Versteht mich nicht falsch, ich liebe meine Dark Beauties und auch die „ganz normalen“ Portraits haben es mir nach wie vor angetan. Aber da draußen gibt es Tausende begnadeter Fotografen, die einen täglich aufs neue Inspirieren. Durch meine Zusammenarbeit mit einer von ihnen, der zauberhaften Katrine Maximiliane, habe ich angefangen mich mit Größen wie Ana Lora, Anna Hoffmann oder Ines Rehberger zu beschäftigen. Ihre sensible und gleichzeitig sehr intensive Art zu fotografieren sprechen mich einfach an. So etwas will ich auch! Natürlich nicht genau so etwas, ich möchte schon weiterhin Auri bleiben und so wie Auri fotografieren. Alles andere wäre nur frustrierend und auf Dauer absolut nicht die Entwicklung, die ich mir wünsche. Was ich möchte, ist eine tiefe Verbindung zwischen Bild und Betrachter schaffen.

Die Gelegenheit ergab sich, als ich vor einigen Tagen selbst vor der Kamera stand und dort einen kleinen Fleck Erde sah, zu dem mir dieses eine Portrait in den Sinn gekommen ist. Ich habe es direkt vor mir gesehen, ein Model in zarter Spitze vor diesem kräftigen Hintergrund. In meinem Kopf formte sich direkt alles. Zum Glück spielte das Wetter auch in den nächsten Tagen mit und zum Glück gibt es Marty, eines meiner absoluten Lieblings-Modelle, mit der ich wunderbar zusammenarbeiten kann weil wir einen ähnlichen Geschmack haben.

Wir trafen uns am späten Nachmittag im Düsseldorfer Nordpark, um das herbstliche Licht der untergehenden Sonne mitnehmen zu können. Ich habe diesmal viel Zeit damit verbracht die Kamera einzustellen, denn ich glaubte der Look den wir wollten entsteht zu einem Großteil dort. So habe ich Beispielsweise mit dem Weißabgleich gespielt und trotz des noch immer stark vorhandenen Sonnenlichts auch mit Einstellungen im Menüpunkt „Bewölkt“ gespielt. Resultat waren Portraits mit einem dezenten Goldton. Ideal für unser erstes Set. Hier haben wir in mehr oder weniger direktem Sonnenlicht gestanden. Es war mir vor allem Wichtig, das Spiel von Licht und Schatten einzufangen. In der Nachbearbeitung habe ich lediglich dezent vignettiert um den Fokus noch deutlicher auf das leuchtende Haar zu legen. Anschließend habe ich über den Korrekturpunkt „Belichtung“ die Spreizung ins Positive gezogen, um den leicht verwaschenen Bildlook zu erzielen. Fertig. Das Bild wird Teil meiner Dark-Beauty-Serie werden.

ISO 125 | 50mm | f 3.5 | 1/640 Sek.
ISO 125 | 50mm | f 3.5 | 1/640 Sek.

Die nächste Station war an dem Ort, an dem ich die Portrait-Idee hatte. Eine Stechpalme (wie mein Freund mir später erklärte, ein Hoch auf die Gärtner), die ihre schönen roten Früchte auf satten, blau-grünen Blättern trug. Einmal mehr bewunderte ich Marty für die Fähigkeit, meine Gedanken lesen zu können. Das Outfit passte wie für diesen Ort geschaffen. Schnell den roten Lippenstift auftragen, um die blauen Augen zu betonen und den Farbton der Beeren aufzunehmen. Diesmal wollte ich weder Gold noch sonst einen warmen Farbton in den Bildern. Der Weißabgleich ging also zurück auf „direktes Sonnenlicht“ und los! In der Nachbearbeitung habe ich nur eine leichte Hautretusche vorgenommen (inkl. Dodge & Burn in den Bereichen Augen und Lippen) und anschließend wieder die Spreizung ins Positive gezogen. Ich habe hier direkt mal einen Vorher/Nachher-Vergleich für euch.

Vorher-Nachher
ISO 125 | 50mm | f2.5 | 1/200 Sek.

Ist sie nicht einfach nur bezaubernd? Martys Blicke fesseln einfach. Sie hat in meinen Augen das Thema „romantisch-melancholisch absolut treffend umgesetzt. Besonders aufgefallen ist mir das beim folgenden Bild. Wir befanden uns auf dem Weg zu einer mit Efeu berankten Mauer, als uns das Licht in einer der vielem Kiefern auffiel. Das musste auf jeden Fall irgendwie genutzt werden. Die ursprüngliche Posing-Idee verwarfen wir schnell, weil sie in unserer beider Köpfe cool, in der Umsetzung aber leider irgendwie daneben war. Gerade wollten wir uns wieder auf den Weg machen, da warf sie mir diesen Blick zu. Was soll man da dann auch anderes machen als abzudrücken? Melancholie pur, genau so, wie ich es mir vorgestellt habe. Auch hier bin ich mit der Bearbeitung sehr sparsam gewesen. Das Bild wurde aufgehellt und die Gradiationskurve adjustiert. Dazu, wie sollte es anders sein, die leicht angezogene Spreizung. Fertig. Ah ja, und eine Winzigkeit Hautretusche.

ISO 125 | 50mm | f2.5 | 1/200 Sek.
ISO 125 | 50mm | f2.5 | 1/200 Sek.

Zu guter Letzt zeige ich euch noch ein Bild, das sich zu meinem Favoriten gemausert hat. Eigentlich waren wir schon auf dem Heimweg, als uns die Bank über den Weg gelaufen ist. Marty erinnerte sich an eines der Beispielbilder, die wir uns angesehen hatten und wir probierten etwas ähnliches aus. Wieder einmal stellte sich allerdings heraus, das nachstellen blöd ist. Viel besser ist es doch, wenn man spontan etwas eigenes kreiert, das dann so schön wird. Ich liebe, liebe, liebe dieses Bild einfach. Auch, weil es in der Bearbeitung wieder nur eine dezente Hautretusche, ein bisschen Aufhellung und die obligatorische positive Spreizung „gebraucht“ hat. Herrlich, wenn das Bild in der Kamera schon so funktioniert hat, wie man es sich später vorstellt. Ich freue mich schon, euch in den kommenden Tagen weitere Shoots vorstellen zu können und verabschiede mich mit der Frage: Wollt ihr mehr Vorher/Nachher-Bilder sehen?

ISO 125 | 50mm | f2.5 | 1/60 Sek.
ISO 125 | 50mm | f2.5 | 1/60 Sek.

Viele Grüße,
Auri

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aurigraphy

Auri ist eine junge Fotografin, die es sich zur Aufgabe gemacht hat junge Paare, Designer und Privatpersonen auf dem Weg zu emotionalen Bildern, dynamischen Lookbooks und individuellen Portraits zu verhelfen.

2 Kommentare

    • Oh, den Beitrag habe ich jetzt erst gesehen. Vielen lieben Dank für das Kompliment. Marty ist in der Tat eine Augenweide. Leider hat sie sich entschlossen in Amerika ihre große Liebe zu heiraten. Sonst würde der Blog vermutlich überquillen von Bildern von ihr 🙂

      Viele Grüße,
      Auri

      Gefällt mir

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