A Fairy Tale Gone Bad – Wie eine Dark Harted Beauty entsteht

Liebe Leser,

es ist noch gar nicht so lange her, da hatte ich Besuch von einer ambitionierten jungen Schauspielerin. Désiree und ich lernten uns vor fast zwei Jahren bei den Proben zu einem Theaterstück (Irrlichter, von John Schöllgen, aufgeführt durch das Dead Parrot Theatre) kennen. Seither wollten wir immer wieder ein gemeinsames Shoot auf die Beine stellen. Das Leben machte uns dabei jedoch immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Das Warten hat sich allerdings gelohnt. Als Dési in das weiße Kleid schlüpfte, mit dem sie bei den Irrlichtern Olivia verkörperte, war sofort klar, dass sie eine Dark Harted Beauty werden würde. Schneewittchen wäre vor Neid erblasst, kann ich euch sagen.

Ich möchte euch heute zwei Bilder zeigen, anhand derer ich erkläre, wie ich in zwei, drei einfachen Schritten den für diese Fotos so charakteristischen Look erzielt habe.

ISO 200 | 35mm | f2.5 | 1/125 Sek.

ISO 200 | 35mm | f2.5 | 1/125 Sek.

Zuerst habe ich die Aktion „Fashion Skin Pro“, bereitgestellt von der begnadeten Emily Soto, genutzt um Désis Haut in das Gesicht einer Porzellan-Puppe zu verwandeln. Die Voreinstellungen dieser Aktion haben die Farben direkt ein bisschen besser herausgeholt, wie ihr sehen könnt. Nach der Aktivierung der Aktion habe ich die Hautretusche auf Désis Gesicht mit dem Pinsel-Werkzeug und einer Deckkraft von 89% quasi aufgemalt. Normalerweise nutze ich eine Deckkraft von maximal 40%, damit die Haut nicht unnatürlich weich erscheint. Die Dark Harted Beauties dürfen jedoch aussehen wie gemalt, da darf man es gerne auch mal ein wenig übertreiben. Auf der Detail-Ebene habe ich anschließend kleine Makel entfernt (war schwer etwas zu finden, aber auch so eine Schönheit ist eben nicht 100% perfekt). Zu guter Letzt habe ich mit den Wekzeugen Dodge & Burn die Augen, Augenbrauen, Lippen und Wangenknochen betont.

Haut

Die schaurig-schöne Dunkelheit wurde im nächsten Schritt erzeugt, indem ich eine Schwarz/Weiß Ebene erzeugt habe und sie mit der Einstellung „weiches Licht“ über die Hautretusche gelegt habe. Erst jetzt habe ich die Farbregler der Detaileinstellungen benutzt, um die Rot- und Blautöne zu verstärken und somit den malerischen Look zu erschaffen.

Screenshot S_W

Das Ergebnis haut mich nach wie vor vom Hocker. Ich liebe die Farben einfach. Die Augen der lieben Dési strahlen und der Blick ist einfach nur fesselnd. Was sagt ihr? Schon erstaunlich, was man mit gezielter Arbeit aus einem Bild heraus holen kann.

blog2


Kommen wir nun also zum zweiten Bild, das ich euch gerne zeigen möchte. Es hat mich schon während der Entstehung sehr gefesselt und in meinem Kopf bereits fertige Formen angenommen und Ideen zur Bearbeitung freigesetzt hat.

ISO 200 | 35mm | f2.5 | 1/125 Sek.
ISO 200 | 35mm | f2.5 | 1/125 Sek.

Das zweite Foto, das ich euch zeigen möchte, ist auf eine ähnliche Art entstanden. Wieder habe ich zunächst die Aktion „Fashion Action Skin Pro“ angewendet und das Porzellangesicht des Geistermädchens gezeichnet. Dodge & Burn kamen auf der Detailebene ebenfalls wieder zum Einsatz, um die Augenbrauen und Wangenknochen ein wenig mehr zu betonen. Auch dieses Mal wurden die Farben durch die Anwendung der Aktion wieder optimiert.

Haut II

Im nächsten Schritt habe ich die Gradiationskurve angehoben, um das Bild als ganzes ein wenig aufzuhellen. Das Foto ist bereits nach 19:00 unter schlechten Lichtverhältnissen entstanden. Dennoch wollte ich es unbedingt nutzen. Ebenfalls durch das eher suboptimale Licht gefielen mir die Farben noch nicht so gut. Ich wollte die Grüntöne satter und auch die roten Beeren sollten besser zur Geltung kommen. Um das zu erreichen habe ich die Sättigung des Bildes stark angehoben.

Belichtung

Sättigung

Für den ultimativen Schneewittchen-Look kam erneut die Schwarz/Weiß Ebene zum Einsatz, die mit der Einstellung „Weiches Licht“ über die anderen Ebenen gelegt wurde. Auch dieses Mal habe ich die Farbregler betätigt, um die Töne zu optimieren und die Dunkelheit einer Dark Harted Beauty zu erreichen. Zum Schluss konnte ich auch dieses Mal die Finger nicht vom Versatz lassen. Ich stehe einfach auf diesen leicht ausgewaschenen Effekt, der in meinen Augen nach einem alten Foto aussieht und hier den Eindruck etwas Surrealen schafft.

s_w II

Versatz

Ich hoffe sehr, diese wirklich kurze Erklärung hat euch gefallen. Vielleicht ist sie dem einen oder anderen von euch sogar eine Hilfe. Über Feedback freue ich mich natürlich wie immer sehr.

Viele Grüße,
Auri

blog1

Kategorien:Tipps für dein FotoshootingSchlagwörter:, , , , , , , ,

aurigraphy

Auri ist eine junge Fotografin, die es sich zur Aufgabe gemacht hat junge Paare, Designer und Privatpersonen auf dem Weg zu emotionalen Bildern, dynamischen Lookbooks und individuellen Portraits zu verhelfen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s