Liebster Award – Fragen die zum Nachdenken anregen

Liebe Leser,

letzte Woche erreichte mich ein ganz bezaubernder Kommentar der lieben Denise von mainise unter meinem Sweet Memories Beitrag. Da hat sie mich doch tatsächlich für den „Liebster Award“ nominiert. Ich vermute, dass jeder Blogger bereits einmal davon gehört hat, die Leser vielleicht aber noch nicht so genau wissen, worum es geht. Der „Liebster Award“ ist eine tolle Erfindung um mehr über den oder die Lieblingsblogger zu erfahren, sich zu vernetzen und Gedanken auszutauschen.

wie funktioniert liebster

Es ist eigentlich ganz einfach, trotzdem gibt es ein paar kurze Regeln.

  1. Höflichkeit ist Pflicht! Bedanke dich bei dem Blogger, der dich für den „Liebster Award“ nominiert hat und verlinke seinen Blog in deinem eigenen Beitrag.
  2. Der Blogger, der dich nominiert hat, hat 11 Fragen ertsellt, die es zu beantworten gilt. An die Tasten… Fertig… LOS!
  3. Wenn du alle Fragen beantwortet hast, denke darüber nach wer deine 5-11 Lieblingsblogger sind und nominiere sie ebenfalls für den „Liebster Award“.
  4. Damit es nicht langweilig wird, sei kreativ und denke dir 11 Fragen für deine Lieblingsblogger aus. Persönliches, Fachliches oder einfach lustige Fragen, die über die Welt philosohieren lassen. Alles ist erlaubt.
  5. Natürlich müssen diese Regeln weitergegeben werden. Halte sie also auch in deinem Blogbeitrag fest.
  6. Last but not least: Informiere deine Lieblingsblogger über ihre Nominierung (sonst hat das alles ja keinen Sinn)

Fragen Denise

Vieln Dank Denise. Nicht nur dafür, dass du mich nominiert hast, sondern auch dafür, dass du mir diese wirklich interessanten Fragen gestellt hast. Sie haben mich über einige Dinge, die für mich sehr alltäglich und selbstverständlich sind, intensiver nachdenken lassen.

1 Erzähl deine Geschichte: Wie bist du zur Fotografie gekommen?

Puh, das ist eine sehr lange Geschichte. Sie beginnt vor ungefähr zehn Jahren damit, dass der Vater meine besten Freundin sich eine Spiegelreflex Kamera kaufte. Die musste natürlich direkt ausprobiert werden. Also sind Mareike und ich losgezogen und haben uns abwechselnd fotografiert. Damals war ich Schülerin bzw. Studentin und eine eigene SLR kam leider so gar nicht in Frage. Ich bleib also vor der Kamera, habe mich bei der MK als Model angemeldet und bin dem Hobby nachgegangen. Trotzdem habe ich mich immer auch für die Fotografie interessiert. Während meines Studiums der forensischen Wissenschaften hatten wir unter anderem auch oft damit zu tun unsere „Tatortarbeit“ und Laborergebnisse fotografisch festzuhalten. Dazu hielt die Uni eine kleine aber feine Sammlung an Nikon Kameras (D80 und D90) bereit, die ich mir ausleihen und halt auch „privat“ Aufnahmen machen konnte. Zu dieser Zeit (das ist nun auch schon wieder sechs oder sieben Jahre her), habe ich mir zuerst meine hübschen Freundinnen und dann zunehmend auch fremde Personen von den uns bekannten Modelseiten (MK und MM) vor die Kamera geholt. Und das Fieber war ausgebrochen.

Von meinem ersten Gehalt 2012 kaufte ich meine erste eigene SLR. Eine Nikon D3100 und mein allergrößter Schatz. Ende 2012 und Anfang 2013 fotografierte ich somit sehr viel, ehe mir der Beruf und andere Hobbies (Theater, Freunde, Beziehung) immer wieder die Zeit stahlen. Ich glaube im Jahr 2014 habe ich kein einziges nennenswertes Foto gemacht. Erst Anfang 2015 setzte ich mich erneut mit dem Thema Fotografie auseinander, nahm die Kamera in die Hand, wälzte Bücher, sah mir Tutorials an und entwickelte „meine“ Fotografie so wie sie heute ist. Eine bunte Mischung aus farbenfrohen Portraits und dunkel-melancholischen Geschichten, nie aber ohne den Hauch von märchenhafter Romantik, um die es mir geht (klingt beim Korrekturlesen übrigens hochtrabender als es eigentlich gemeint ist).

2 Was hältst du für wichtiger: Die Kamera oder das Objektiv, wieso?

Ganz klar das Objektiv. Ja, natürlich ist eine hochauflösende Vollformatkamera fancy und ich würde lügen wenn ich sagen würde „Nö, interessiert mich nicht“. Aber auch eine D810 ist genau gar nichts wert, wenn ein schrottiges Glas drauf sitzt. Ich vergleiche das mal mit unserem Köpfchen. Du kannst ein super-tolles, schnelles und intelligentes Gehirn haben. Wenn deine Augen nichts taugen siehste halt trotzdem verschwommen oder im schlimmsten Fall einfach mal gar nichts. Also ja, ein gutes Objektiv ist in meinen Augen wichtiger als eine gute Kamera.

3 Welches ist dein Lieblingsobjektiv und aus welchen Gründen?

Eine wundervolle Frage, leicht zu beantworten. Mein Lieblingsobjektiv ist ganz klar das Nikkor AF-D 50mm 1:1,8. Ist zwar schon etwas älter und ich habe es gebraucht gekauft, aber es tut seinen Dienst nach wie vor großartig! In meinen Augen ein phantastisches Portraitobjektiv.

4 Zeig mir dein Lieblingsfoto (aufgenommen von dir selbst). Was macht dieses Foto für dich besonders?

Okay, das war es auch schon wieder mit den einfachen fragen. Ich gestehe, dass meine Lieblingsfotos oft wechseln und es sehr stimmungsabhängig ist, welches ich gerade besonders mag. Im Augenblick ist es wohl aber dieses hier:

ISO 125 | 24mm | f4 | 1/400 Sek.
ISO 125 | 24mm | f4 | 1/400 Sek.

Die Besonderheit des Fotos liegt für mich in der Pose des Models, ihrem Ausdruck, der Kulisse und der Farben. Was heißt das im Klartext? Dieses Bild war der Startpunkt meiner aktuellen Reihe – The Melancholia Project – und drückt ganz genau das aus, was ich mit diesen Bildern sagen möchte. Die Pose wirkt sich selbst schützend, der Ausdruck ein wenig verloren, evtl. verzweifelt. Die Position im hohen, vertrockneten Gras verstärkt den Eindruck des „Verloren Seins“ noch viel mehr. Verloren in sich selbst, sich vor der Welt versteckend und doch irgendwie vor den Einflüssen von Außen geschützt. Dazu das helle Blau des Himmels, dem „da draußen“, der Verheißung von allem, was hinter dem hohen Gras liegt und ihrem zartrosa Kleid, einem „ja, das will ich“. Unsere Welt ist so schnelllebig, wir sind so mit uns selbst beschäftigt, dass wir auf unserem Weg gar nicht merken, dass Menschen um uns herum „verloren“ gehen. That’s it. Und all das kann man in meinen Augen in diesem Foto lesen. Puh, das war tiefsinnig…

5 Wie würdest du deinen Fotografie-Stil beschreiben?

Uff. Okay, das ist kompliziert. Ich sage selbst immer „Märchenhaft-romantisch ohne Realitätsverlust“. Wenn ich ein Shoot plane, inszeniere und letztlich auch fotografiere achte ich immer auf verspielten, aber nicht störende Locations, zauberhafte Lichtstimmung und magische Mädels. Allerdings möchte ich es realistisch halten. Klar, die aufwendigen Bearbeitungen und Inszenierungen von Laura Helena Ruban oder Jamari Lior sind schön anzusehen. Aber sie sind vor allen Dingen auch eines: nicht echt. Ich habe für mich entschieden eine Brücke zwischen Kunst und Realität, Magie und Wirklichkeit schaffen zu wollen. Klappt mal mehr und mal weniger, aber hey: ich lerne noch 🙂

6 Gibt es ein Projekt oder Motiv das du schon lange umsetzen möchtest? Erzähle darüber.

Haha, natürlich gibt es das. Mein kleiner Kopf ist voller verrückter Ideen, zu deren Umsetzung es meist aber an den Finanziellen Mitteln (zum Beispiel für die Reise zur Location) oder meinem fehlenden Talent beim Basteln von Accessoires scheitert. Auch wenn ich meinen Blog für nicht weitreichend genug halte um ernsthaft befürchten zu müssen, dass meine Ideen gemopst werden, behalte ich die ganz großen an dieser Stelle doch eher für mich.

Allerdings kann ich euch von einem kleinen Paarshoot erzählen, dessen Idee mir schon lange im Kopf herumgeistert. Es wird herbstlich und kuschlig, mit ein paar tollen Decken und viel, viel Nähe und Liebe. Den entsprechenden Beitrag dazu wird es hier zu lesen geben.

7 Welche Erfahrungen hast du mit analoger Fotografie?

Wenig. Ich besitze eine analoge Canon aus den 80ern, die ich von meinem Papa habe. Allerdings beschäftige ich mich nur ab und an damit. Vielleicht sollte ich sie am Wochenende mal wieder zur Hand nehmen…

8 Angenommen du darfst zusätzlich zu deiner Kamera und einem Objektiv nur ein weiteres Teil deines Equipments zu einem Shooting mitnehmen. Welches wäre es und wieso?

Das ist wieder eine leichte Frage! Ich würde gar nichts weiter mitnehmen. Außer meiner Kamera und dem passenden Glas finde ich alles, was ich sonst noch so brauche, am Wegesrand. Ein paar Blumen als Accessoires oder um einen spannenden Vordergrund zu erzeugen, Blätter zum Dekorieren des Bodens oder des Models und fertig. Klar, ich könnte einen Reflektor mitnehmen. Aber das ist unnötiger Ballast und wenn man sich vorher im Klaren über die Location und damit die Lichtverhältnisse ist, kommt man super ohne aus.

9 Was sind die drei wichtigsten Punkte beim Umgang mit dem Model?

  1. Spaß haben und eine persönliche Ebene finden. Das Model und du müssen natürlich nicht gleich beste Freundinnen werden, aber es erleichtert die Arbeit ungemein, wenn man eine entspannte Arbeitsebene hat, auf der man offen und herzlich kommunizieren kann.
  2. Sei vorbereitet und zeige Einfühlungsvermögen. Gerade wir als Hobbyisten arbeiten oft mit Modellen zusammen, die wenig bis gar keine Erfahrung haben. Es ist wichtig, dass du dich darauf einstellen kannst. Habe deine Ideen klar im Kopf oder besser noch Beispielbilder auf dem Handy, ausgedruckt oder sonst irgendwie griffbereit, sodass du schüchterne und unsichere Modelle leichter anleiten kannst. Das nimmt auch dir eventuelle Unsicherheit und das merkt dein Gegenüber sicherlich.
  3. Erst fragen, dann anfassen! Egal wie viel Erfahrung dein Model hat, manchmal sitzt die Pose nicht ganz, das Oberteil wirft komische Falten oder ein loses Haar hat sich auf den Rücken des Shirts verirrt. Egal ob Männlein oder Weiblein, mit einer Berührung dringst du in die persönliche „Comfortzone“ ein. Das Problem lässt sich super umgehen, indem man fragt. Ein einfaches „Hey, kann ich deinen Arm mal eben bewegen? So passt die Pose noch nicht ganz.“ hat bei mir noch nie zu einem „Äh… NEIN?!“ geführt.

10 Wie beurteilst du die Bedeutung von Reflektoren für gute Fotos?

Ich schätze die Bedeutung von Reflektoren für gute Fotos als nicht besonders hoch ein. versteht mich nicht falsch, sie sind ein hilfreiches Mittel um das vorhandene Licht zu lenken. Aber man muss sich bewusst sein, dass man in den seltensten Fällen einen Reflektor sinnvoll positionieren, festhalten und dann das Foto auch noch aus der gewünschten Perspektive zu schießen. Damit Reflektoren einen Mehrwert bilden, muss man immer jemanden dabei haben, der die Dinger generell einmal festhalten kann und zusätzlich wissen muss, wie man sie benutzt um das Licht korrekt zu lenken. Lange Rede, kurzer Sinn: ich finde meinen Reflektor eher störend, es sei denn ich bin mit mindestens einem weiteren Fotografen unterwegs, den ich als „Assistent“ missbrauchen kann.

11 Was ist wichtiger: Ein gutes Foto oder gute Nachbearbeitung, wieso?

Ich hoffe, diese Frage ist nicht ernst gemeint? Na gut, okay. Ich kann sie verstehen. Also, ganz klar ist das gute Foto wichtiger. Ich für meinen Teil bin halt „Fotografin“ und nicht „Bildbearbeiter“. Ich versuche mit Einstellungen bezüglich Blende, Belichtungszeit und Weißabgleich das Bild immer schon in der Kamera in die Richtung zu schubsen, die ich später haben will. Alles, was ich schon beim Fotografieren beachte, muss ich später nicht korrigieren.

Wichtig ist gerade bei People-Aufnahmen aber auch ein gutes Make-Up. Das kann viel Zeit bei der Bearbeitung sparen. Ohnehin will ich halt wirklich lieber Fotografieren, als später meine Abende mit Photoshop zu verbringen. Klar, es gibt auch bei mir mal das ein oder andere aufwändiger bearbeitete Foto, aber in der Regel brauche ich nie mehr als 15-20 Minuten pro Bild.

Meine Liebsten

An alle, die es geschafft haben bis hier zu lesen: Wow! Ich hoffe es war für euch genau so interessant wie für mich 🙂

Jetzt kommen wir natürlich zu einem weiteren spannenden Teil! Meine Nominierungen für den „Liebster Award“ gehen an:

  1. Marilyn de Polignac und Marc Pruß von Lightsprings
  2. Rika, von Rika’s Fotowelt
  3. Andreas von Andreas Rother – Fotografie und Technik
  4. Julia von Nachtschwärmerin
  5. Aurelia von Aurielia Creative

 

Und natürlich habe ich auch für euch auch 11 Fragen, die mich brennend interessieren:

 

  1. Okay, wenn ihr bloggt, in welchem Rhythmus verfasst ihr Beiträge?
  2. Planen oder einfach starten?
  3. Woher nehmt ihr die Inspiration für eure Beiträge?
  4. Pen & Paper oder all digital?
  5. Worüber habt ihr euch das letzte Mal so richtig aufgeregt
  6. Wenn ihr nicht gerade bloggt, macht ihr… ?
  7. Was steht genau JETZT vor/hinter/neben euch?
  8. Wann hast du das letzte Mal einen Brief geschrieben?
  9. Liebes Tagebuch! Heute war ein schöner Tag, weil…
  10. Was gefällt euch an eurem Hobby am wenigsten?
  11. Euer schönstes/liebstes Reiseziel war/wäre?

 

So, das war es dann auch schon wieder von mir für diese Woche. Ich hoffe der Beitrag hat euch gefallen und ihr wisst nun ein bisschen mehr darüber, wer der Mensch hinter der Kamera von Aurigraphy ist.

Bis nächste Woche!
Auri

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aurigraphy

Auri ist eine junge Fotografin, die es sich zur Aufgabe gemacht hat junge Paare, Designer und Privatpersonen auf dem Weg zu emotionalen Bildern, dynamischen Lookbooks und individuellen Portraits zu verhelfen.

1 Kommentar

  1. Denise

    Hey Auri,
    einen wirklich schönen Beitrag hast du da geschrieben!
    Bei Frage 11 habe ich natürlich keine andere Antwort erwartet, aber man weiß ja nie so genau.. (:
    Liebe Grüße,
    Denise

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