Traum aus 1001 Nacht – Ein orientalisches Editorial

Liebe Leser,

spontane Ideen und Projekte sind meistens die interessantesten, an die wir uns lange erinnern und von denen wir uns manchmal fragen, wie was wir uns um alles in der Welt dabei gedacht haben. Ich liebe sie! Umso mehr freute es mich als Gülşah, eine Studentin der Akademie für Mode und Design, mir vor einiger Zeit unverhofft eine Nachricht schrieb. Erfahrungsgemäß bedeuten Nachrichten von Gülşah, dass ich meinen Kalender zücke und schaue, wie ich welche Termine verschieben kann, um ein kurzfristiges Shooting mit für ihre Semesterarbeiten einzuschieben. Ich bin selber ein kreativer Chaot und Leute die mich kennen, wissen dass ich gerne mal Dinge verplane. Dass Gülşah also in ihrer Aufgabe als Designerin so aufgeht, dass sie das Shooting oft vergisst zu planen, finde ich daher einen sehr charmanten und liebenswerten Charakterzug. Es war also irgendwie selbstverständlich, dass ich alles daran gesetzt habe, ihren Terminwunsch zu erfüllen. Und das bedeutet, den Freitag bevor ich beruflich nach Brasilien flog, in ein cooles Studio mitten in Düsseldorf zu kommen und ein absolutes Traum-Set vorzufinden.

Foto 08.07.16 23 18 15Gülşah, mit der ich unter anderem für ihr Zurbahan-Projekt gearbeitet habe, hatte wirklich an alles gedacht. Die Outfits könnten direkt aus einem Harem aus 1001 Nacht gefallen sein, mit viel Liebe zum Detail und tollen Farben. Dazu hatte sie ein paar typische Perserteppiche besorgt. Während die Models noch unter den fleißigen Händen der Visagistin Christina Niegoth entspannen und auf ihren Einsatz warten durften, überlegten die Designerin und ich, wie wir aus den Teppichen, den Sitzkissen und dem recht cleanen Studio einen orientalischen Traum kreieren könnten. Etwa fünf Minuten später schleppten wir ein paar Stühle vom Konferenztisch (das Studio ist ein großes Loft einer neuen Agentur) zu den weißen Hintergründen und drapierten die Teppiche geschickt darüber. So entstand der Eindruck eines kleinen, gemütlichen Raumes. Um auch ein paar weiter geschnittene Fotos machen zu können, hängten wir zusätzlich ein Tuch aus blauer Seide auf. Perfekt! Gott, ich wünschte ich würde immer so arbeiten können!

Foto 09.07.16 00 22 05Während Gülşah den mittlerweile gestylten Models in ihre Outfits half, missbrauchte ich die Visagistin kurzerhand für einige Lichttests. Um Atmosphäre zu schaffen haben wir lediglich eine Octagon Softbox von rechts kommend genutzt. Im Nachhinein hätte ich gerne auch noch mit einer kleineren Softbox von Links eeeetwas aufgehellt, aber ich bin nach wie vor mit dem Lichtsetup zufrieden.

Begonnen haben wir mit Vanessa, die für Revelee Management am Start war. Mit ihren blonden Haaren und der Porzellanhaut bricht sie zwar mit meinen Vorstellungen von einem Mädchen im Harem, dafür hat sie allerdings mit ihrer Körperspannung, den interessanten Posen und einem lasziv lässigen Ausdruck das Thema gerockt.

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Ihr männlicher Gegenpart war Benjamin, ebenfalls für Revelee Management. Mädels, was soll ich sagen… Ein wirklich schöner Mann, den die Agentur uns da geschickt hat. Kreativ, interessiert und sich ganz in seine Rolle hineinversetzend hat er mir dezent aufgezeigt, dass ich mich besser auf das Shooting hätte vorbereiten sollen. Das passiert mir nicht noch einmal. Charmanter Weise hat er mich allerdings nicht auflaufen lassen, sondern professionell den Herren des Hauses gegeben. Und mal ganz ehrlich: wer könnte diesem Blick widerstehen?

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Besonders dankbar war ich übrigens darüber, wie gut die beiden harmoniert haben. Natürlich muss man sich aufeinander einspielen, aber Ben und Vanessa haben mit einer absoluten Leichtigkeit das Paar im Harem gegeben, dass man sich als Beobachter einer Szene aus längst vergessenen Tagen gefühlt hat. Posen und Blicke passten direkt zueinander und Gülşah hat mit ihren perfekt aufeinander abgestimmten Outfits für ein rundes Gesamtbild gesorgt.

DSC_0217_web (1)Ich freue mich jetzt schon riesig, das Ganze im fertigen Booklet zu sehen und die gedruckte Arbeit in Händen zu halten. Und vor allen Dingen freue ich mich darauf, irgendwann in der Zukunft eine weitere Nachricht mit den schlichten Worten „Hi Auri, na wie geht’s?“ zu erhalten, von der ich weiß dass sie eigentlich „Hi Ari, ääääh, wie sieht eigentlich dein Terminkalender aus?“ bedeutet. Tatsächlich kann ich mich nur immer wieder bedanken. Für die Möglichkeit, so coole Sachen shooten zu dürfen. Für die tollen Teams, die Gülşah zusammenstellt und für das Vertrauen, dass sie mir mit ihren Aufträgen entgegen bringt. Das motiviert mich sehr und bringt mich dazu, immer besser zu werden in dem was ich tue.

Also, stöbert ruhig noch ein bisschen in der Galerie, die ich euch angehängt habe. Dort findet ihr alle Bilder, die es ins Booklet geschafft haben. Und lasst mich gerne wissen, wie ihr die Serie findet. Austausch, Kritik und Lobeshymnen freuen mich immer sehr.

Viele Grüße,
Auri

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aurigraphy

Auri ist eine junge Fotografin, die es sich zur Aufgabe gemacht hat junge Paare, Designer und Privatpersonen auf dem Weg zu emotionalen Bildern, dynamischen Lookbooks und individuellen Portraits zu verhelfen.

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