Making Of – The Huntress

Liebe Leser,

ich bin vermehrt gefragt worden, wie das Bild „The Huntress“ entstanden ist. Ich muss gestehen, dass ich lange hin und her überlegt habe, ob und wie detailliert ich an diese Sache heran gehe. Immerhin „verrate“ ich euch damit einen Teil meines Stils. Andererseits lebt das Bild natürlich nicht nur von der Bearbeitung, sondern trägt auch durch Konzept und Co. meine ganz eigene Handschrift. Hoffe ich zumindest. Lange Rede, kurzer Sinn: dieser Beitrag ist nun also mein erstes Tutorial, oha.

Ah, bevor ihr euch fragt, warum ich nichts über Hautretusche geschrieben habe, sollte ich lieber gleich sagen: hab ich nicht gemacht. Mein bezauberndes Model Marty hat eine Makellose haut. Zusätzlich zeigt dieses Bild auch ganz deutlich, dass die Arbeit einer guten Visagistin, in diesem Fall Lisa-Marie Mey, einem sehr viel Arbeit bei der Bildbearbeitung abnehmen kann. Danke an dieser Stelle an Lisa, die uns an diesem Tag unterstützt hat.

Huntress Vorher_Nachher

Im ersten Schritt, habe ich die RAW Datei in Lightroom geöffnet. Diejenigen unter euch, die nur Photoshop nutzen, können die Schritte aber ebenso in Camera Raw ausführen.

  1. Belichtung

Umd dem ganzen Bild einen dramatischeren Look zu verleihen, habe ich im ersten Schritt die Belichtung angepasst. Dabei habe ich die Lichter und das Weiß etwas zurückgenommen, die Tiefen und das Schwarz zeitgleich aufgehellt.

  1. Präsenz

Im nächsten Schritt habe ich die Klarheit ein wenig reduziert. Normalerweise nutzt man den Regler „Klarheit“, um mehr Kontrast und Schärfe in das Bild zu bekommen. Das hat untre anderem den Nachteil, dass die Haut kaputt gemacht wird, und man zwar ein knackigeres Ergebnis bekommt, bei der Hautretusche oftmals aber wesentlich mehr Arbeit hat. Ich habe den Regler allerdings benutzt, da meine Huntress einen filmähnlichen Look bekommen sollte und daher gerne ein bisschen weniger „knackig“ erscheinen darf. Ihr gehen dadurch allerdings keine Details verloren. Auch die Sättigung habe ich minimal herausgenommen, um dem Bild ein kühleres Erscheinungsbild zu geben.

  1. Gradiationskurve

Die Gradiationskurve ist ein Werkzeug, das wir wie vieles andere der analogen Fotografie zu verdanken haben. Ohne zu sehr ins Detail zu gehen, möchte ich euch erklären, dass früher das Fotopapier eine Lichtempfindliche Schicht (Emulsion) besaß. Diese wurde, je mehr Licht darauf viel, geschwärzt. Die Gradiation beschreibt das Maß der Zunahme der Schwärzung einer lichtempfindlichen Stellebei ansteigender Belichtung. Klingt kompliziert, oder? In der digitalen Fotografie haben wir natürlich nichts mehr mit Emulsion und Co. zu tun, aber auch hier können wir den Lichteinfall und den Ausgabewert verändern. Im Klartext heißt das, dass wir auf die Belichtung und die Kontraste Einfluss nehmen können. Und zwar gezielter, als mit den Reglern „Belichtung“ und „Kontraste“. In der Gradiationskurve können wir Tiefen, Mitteltöne und Lichter getrennt voneinander verändern und nehmen nicht wie bei den oben angesprochenen Reglern Einfluss auf das gesamte Bild.

Schritt 3 Gradiation

Was habe ich also gemacht?  Zuerst habe ich mir bei Lightroom im Kanal RGB die Punktkurve anzeigen lassen. Und dann habe ich, ganz ehrlich, gespielt, bis es mir gefallen hat. Ich habe mir dazu vier Punkte gesetzt, Bei 25 habe ich die Kurve nach unten gezogen. Ebenso bei den Mitteltönen, bei etwa 70 ging es runter. Als nächstes habe ich mir einen Wert um die 80 gesucht und ebenfalls reduziert. Um dem Bild den nötigen Kick zu geben ging es bei etwa 9 leicht hoch.

  1. Farbkorrekturen

Nun strahlt meine Huntress zwar schon mächtig, aber den filmähnlichen Look hat sie noch nicht. Außerdem ist sie mir noch viel zu bunt. Also gehe ich als nächste in die Farbkorrekturen. Hier heißt es wieder: probieren, probieren, probieren 😉 Wichtig ist, dass ihr sowohl bei Farbton, als auch bei Sättigung und Luminanz spielt. In Lightroom findet ihr alles unter dem Reiter „Farbe“, bei Camera Raw gibt es für jede Einstellung einen eigenen Reiter.

Schritt 4 Farbe Sättigung

Wenn ich mit der ersten Entwicklung zufrieden bin, geht es an den Feinschliff. Dazu öffne ich das Bild in Photoshop.

  1. Um die Kontraste noch etwas besser herauszuarbeiten, habe ich eine S/W Ebene angelegt und mit dem Hintergrund über die Füllfunktion „Weiches Licht“ verrechnet. Da mir die Kontraste der Haut und im Gesicht bereits gefielen, habe ich diese über die Ebenenmaske einfach mit einem schwarzen Pinsel wieder weg gemalt.

Schritt 5 sw

  1. Mithilfe der Tonwertkorrektur habe ich im Kanal „Blau“ die Farbtemperatur meines Bildes angepasst, bis es mir gefiel. Auch hier habe ich die Haut und die Haare ausmaskiert.

Schritt 6

 

 

7. Haut und Haaren habe ich durch Anlegen einer Dynamik-Ebene einen leicht goldenen Ton verliehen. Hier                      wurde zur Abwechslung mal der Hintergrund ausgespart. Auch wieder durch die Maske.

Schritt 7

  1. Irgendwie wollte ich den Hintergrund doch noch etwas kühler haben. Also habe ich mithilfe der Farbton/Sättigung Ebene alles ein bisschen mehr ins Blaue gezogen.

Schritt 8

  1. The Final Touch! Um dem Bild den typischen Film-Look zu verpassen habe ich in den Korrekturen die Ebene „Belichtung“ gewählt und den Versatz ins Positive verschoben.

Schritt 10

Fertig!

Ich hoffe, das Lesen hat euch ebenso viel Spaß gemacht, wie mir das Schreiben. Natürlich würde ich mich sehr freuen, wenn ihr mir Feedback darüber geben würdet, ob meine Erklärungen verständlich und das Tutorial hilfreich waren.

Und jetzt ran an die Tasten und selbst kreativ werden! Postet mir doch einen Link zu euren fertigen Bildern in die Kommentare!

Viele Grüße,

Auri

Kategorien:Tipps für dein FotoshootingSchlagwörter:, , , , , , , ,

aurigraphy

Auri ist eine junge Fotografin, die es sich zur Aufgabe gemacht hat junge Paare, Designer und Privatpersonen auf dem Weg zu emotionalen Bildern, dynamischen Lookbooks und individuellen Portraits zu verhelfen.

2 Kommentare

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